Daten

 

Monitoring- und Förderdaten bilden die Basis für Begleitung und Bewertung. Meist ist es aber erforderlich, weitere Sekundärdatenquellen zu erschließen sowie eigene Erhebungen durchzuführen.

Einige zentrale Datenbestände der Länder sind für die Evaluation maßnahmenübergreifend und auf Programmebene von besonderem Interesse. Dazu zählen insbesondere:


Förderdatenbanken

In den Bundesländern werden maßnahmenbezogene Daten in unterschiedlichen Systemen (dezentral oder zentral) gehalten. Diese dienen in erster Linie der Abwicklung der einzelnen Vorhaben und der Bereitstellung von Informationen für Sachstandsberichte, so auch die an die EU zu liefernden jährlichen Durchführungsberichte. Mit Hilfe der in den Systemen abgelegten Detailinformationen können detaillierte Auswertungen über Fördergegenstände, regionale Verteilungen oder Arten von Zuwendungsempfängerinnen / Zuwendungsempfänger durchgeführt werden, die eine Grundlage auch für erste Wirkungseinschätzungen liefern können.


Zahlstellendaten

Die Auszahlungsdaten der im Rahmen der Entwicklungspläne geförderten Projekte können für die regionalisierte Darstellung der Fördermittelverteilung genutzt werden. Gemeinsam mit Daten für die Direktzahlungen der 1. Säule und Daten aus anderen EU-Fonds bilden sie auch die Grundlage für ökonometrische Analysen auf Programmebene. Der große Vorteil dieser Daten ist, dass sie über die Jahre und Länder in einem einheitlichen Format gehalten werden. Nachteil ist, dass sie nur die mit EU-Mitteln kofinanzierten Vorhaben umfassen und nicht die zum Teil umfangreichen auf Basis der ländlichen Entwicklungsprogramme umgesetzten rein national finanzierten Vorhaben.


InVeKoS-Daten

Die Daten des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS), die Flächen- und Nutzungsdaten enthalten, stellen eine wesentliche Datenquelle für die Evaluation der landwirtschaftlichen Flächenmaßnahmen. Die Daten dienen u. a. zur Charakterisierung der Betriebsstrukturen im Mit-Ohne-Vergleich oder für spezifische Fragestellungen im Hinblick auf die Flächenbewirtschaftung und deren Intensität. Die Lage und die Nutzung von Förderflächen werden zu diesem Zweck auch mit physischen Daten zum Standort und zur Umweltsituation verknüpft, besonders zur Analyse der Treffsicherheit und der Wirkung von Fördermaßnahmen.


Testbetriebsnetz

Das Testbetriebsnetz Landwirtschaft umfasst die Buchführungsergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe, die nach einheitlichen Regeln erstellt werden (sog. BMELV-Jahresabschluss). Die Auswahl der Testbetriebe erfolgt mit dem Ziel, die Einkommenslage der Agrarbetriebe möglichst gut abzubilden. Auch im Hinblick auf weitere betriebliche Informationen wie etwa zur Faktorausstattung (z. B. LF, AK, Tierbestand), zur Produktionsstruktur, zur Bilanz sowie zu Investitionen und Finanzierung liefert das Testbetriebsnetz aussagekräftige Daten. Da auch förderrelevante Variablen erfasst sind, ermöglichen Testbetriebsdaten massenstatistische Auswertungen für verschiedene Fragestellungen der Bewertung, z. T. auch zu Veränderungen im Zeitablauf.


Daten für ökologische Wirkungsanalysen

In den Bundesländern werden in unterschiedlicher Ausgestaltung Daten erfasst, die für Wirkungsanalysen eingesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise die Ökologische Flächenstichprobe in Nordrhein-Westfalen oder Wirkungskontrollen im Vertragsnaturschutz in anderen Bundesländern. Nicht alle in den Bundesländern umgesetzten naturschutzfachlichen Datensammlungen erlauben Mit-Ohne-Vergleiche. Werden nur vertraglich gebundene Flächen beprobt, können häufig nur Vorher-Nachher-Vergleiche angestellt werden. Im Bereich des Wasserschutzes können Daten aus den Auszeichnungspflichten zur Düngeverordnung genutzt werden. Vorteil ist, dass auch Mit-Ohne-Vergleiche möglich sind.


Sekundärdaten liegen vor allem für die Bewertung von landwirtschafts- und umweltbezogenen Maßnahmen ländlicher Entwicklungsprogramme vor. Es werden nur vereinzelt ergänzende Erhebungen vorgenommen. Für auf die lokale und regionale Entwicklung abzielende Fördermaßnahmen fehlen geeignete Daten, z. B. aus der amtlichen Statistik weitgehend, um auf dieser Grundlage Wirkungsanalysen durchzuführen. Daher kommen wir für die Maßnahmen nicht umhin, eigene Daten sowohl quantitativer als auch qualitativer Art zu erheben, z. B. durch die Befragung von Zuwendungsempfängerinnen / Zuwendungsempfänger oder durch Fallstudien.