Zweck

Rechtliche Verpflichtung aufgrund einschlägiger EU-Verordnungen

Alle Programme, die von der EU mitfinanziert werden, sind zu evaluieren. In den zugrundeliegenden Verordnungen ist der grobe Rahmen für die Evaluierung gespannt. In der Durchführungsverordnung finden sich Detailregelungen und ein Set von unterschiedlichen Indikatoren. Darüber hinaus hat die zuständige Generaldirektion Landwirtschaft einen Gemeinsamen Monitoring- und Evaluierungsrahmen entwickelt, der die Fragestellungen konkretisiert und methodische Hinweise gibt.

Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit über den Einsatz von öffentlichen Geldern

Die ländlichen Entwicklungsprogramme nehmen finanziell an Bedeutung zu. Die Programme 2014 bis 2020 werden mit rund 4,7 Mrd. Euro aus nationalen Haushalten (Bund, Land und Kommunen) kofinanziert. Dabei handelt es sich um Steuermittel, die nur einmal ausgegeben werden können, und somit für alternative Zwecke nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Programme und Maßnahmen haben sich Ziele gesetzt. Zunächst ist Aufgabe der Evaluierung, die Zielerreichung zu überprüfen und zu überlegen, ob die gesetzten Ziele nicht anders und mit weniger Mitteln besser erreicht werden könnten. Dazu gehört auch, die Begründung und die Ziele staatlicher Interventionen immer wieder kritisch zu hinterfragen. Worin liegen die Probleme, die angegangen werden sollen, und können die gewählten Maßnahmen einen Beitrag zur Problemlösung leisten? Wie sieht die Förderlandschaft überhaupt aus?

Maßnahmen- und Programmverbesserung

Evaluierung soll zu einer Verbesserung von Maßnahmen und des Programm beitragen. Diese Aufgabe beinhaltet nicht nur die Erstellung von Ergebnisberichten, sondern erfordert eine kontinuierliche Kommunikation mit den Auftraggebern. Insbesondere begleitend zur Programmumsetzung legen wir einen besonderen Fokus auf Durchführungsbestimmungen. ELER-Programme sehen sich sehr komplexen Durchführungsbestimmungen gegenüber, die nicht ohne Auswirkungen auf Programminhalte bleiben. Idealtypisch ist Evaluierung eng mit dem Programmzyklus gekoppelt. Die Ex-ante-Bewertung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Bereichen Problemdefinition und Programmplanung. Begleitende Evaluierung hat einen Fokus auf Fragen der Programmumsetzung. Die Ex-post-Bewertung kann nach Abschluss des Programms dessen Wirkungen überprüfen. Ihre Bedeutung für die Neuprogrammierung ist aber allerdings eher gering, weil sie in dem Sieben-Jahres-Programmzyklus der EU zu spät kommt, um die Neuaufstellung des Nachfolgeprogramms tatsächlich beeinflussen zu können.

Grafik: Programmzyklus
Programmzyklus (© Thünen-Institut)